Schlesien-Urlaub 2018: Schreiberhau und der Reifhügel

Nach dem Ort Karpacz ist Szklarska Poręba (deutsch: Schreiberhau) der zweitwichtigste Touristenort auf der polnischen Seite des Riesengebirges. Von hier aus gelangt man wahlweise zu Fuß oder – über zwei Etappen – mit einem Sessellift auf den Berg Szrenica (deutsch: Reifträger) und somit auf den Hauptkamm des Riesengebirges. Über den Hauptkamm verläuft der Weg der polnisch-tschechischen Freundschaft, der im Großen und Ganzen auch der politischen Grenze zwischen Tschechien und Polen entspricht.

Weg der polnisch-tscheschichen Freundschaft

Aber schauen wir uns der Reihe nach an, was man von Schreiberhau aus erkunden kann. Je nach gewähltem Weg und gewünschtem Ziel wandert man im Nationalpark Karkonosze. Ihn betritt man an offiziellen Eingängen, die man fast immer an den typischen dreieckigen Hütten erkennt. Für eine kleine Eingewöhnung an die Bergwelt eignen sich von Schreiberhau aus Wanderungen zu den beiden Wasserfällen Wodospad Szklarki (deutsch: Kochelfall) und Wodospad Kamieńczyka (deutsch: Zackelfall). An letzterem wartet die gleichnamige Hütte bereits auf hungrige und durstige Bergwanderer. Alternativ findet man unterwegs immer mal wieder Verkaufsstände, an denen gegrillter Schafskäse (Oscypek) angeboten wird.

Wenn die Kondition nach dem Besuch der beiden Wasserfälle besser geworden ist, dann ist der Aufstieg auf den Berg Szrenica eine schöne weitere Wandertour. Wie eingangs erwähnt, kann man den Berg zwar auch per Sessellift „erklimmen“, dann aber kommt man nicht an der gemütlichen Hütte vorbei, und auf die eindrucksvollen Bergpanoramen, die sich einem unterwegs bieten, muss man leider auch verzichten.

Beim Wandern trifft man an verschiedenen Orten immer wieder mal auf riesige Felsformationen, die sich inmitten der Natur erheben, als seien sie dort eigens aufgetürmt worden. Ferner sind mancherorts an den Felssteinen grüne Beläge zu sehen. Hierbei handelt es sich um eine bestimmte Art der Flechte (sog. Landkartenflechte), die sich unter den im Riesengebirge herrschenden klimatischen Bedingungen offenbar prima halten kann.

Vom Gipfel des Bergs Szrenica aus sieht man auch schon das Fernziel der Wanderung: den Gipfel des Bergs Wielki Szyszak (deutsch: Hohes Rad). Er ist der vierthöchste Berg des Riesengebirges (1.509 m), und auf seinem Gipfel befindet sich die weithin sichtbare Sende- und Wetterstation. Beeindruckend sind die steil abfallenden Felswände.

Für den Rückweg nach Schreiberhau kann man einen anderen Weg als jenen für den Aufstieg wählen. Denn nicht nur, dass viele Wege nach Rom führen: auch auf Schreiberhau trifft dies zu. Vor dem Abstieg soll aber noch schnell ein ganz kurzer (wenige Minuten dauernder) Abstecher vom Hauptkamm gemacht werden, um den Ursprung eines Flusses zu besuchen, den wir auch in Deutschland sehr gut kennen:

Hier entspringt – in einer Höhe von 1.380 m – die Elbe und beginnt ihren Weg bis in den hohen Norden unseres Landes. Da sich die Elbe aus verschiedenen kleinen Bächlein, die teilweise unterirdisch liegen und somit weitestgehend unsichtbar sind, zusammensetzt, wurde symbolisch eine Betoneinfassung errichtet, die stellvertretend für die vielen umliegenden Zuflüsse den Ursprung der Elbe markiert. Auf einer Tafel hinter dieser Einfassung sieht man Mosaike der Stadtwappen all jener Städte, durch die die Elbe bis zu ihrer Mündung fließen wird.

Rund um Schreiberhau kann man sich aber nicht nur auf zwei Füßen, sondern auch auf zwei Rädern bewegen – zumindest dann, wenn man ein hartgesottener Mountain-Biker ist. In der jüngeren Vergangenheit sind eine ganze Reihe von vorbildlich markierten Radtrassen entstanden. Diese haben mir aber sehr schnell die Grenzen meines fahrerischen Könnens aufgezeigt. Egal, ob auf einem traditionellen MTB oder auch auf einem härteren Geschütz: ich war dem "Radweg", wie er auf dem vierten der nachstehenden Bilder zu sehen ist, definitiv nicht gewachsen und habe es mit dem Spruch gehalten: "Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt..."

Zurück in Schreiberhau kann man noch schnell einen Blick auf das hübsche Haus der Forstverwaltung oder die pittoreske Kirche des heiligen Maximilian Maria Kolbe (polnisch: Kościół pw św Maksymiliana Marii Kolbego) werfen. Für das Abendessen warten dann zahlreiche Restaurants auf die hungrigen Wanderer. Die Lukasmühle ist dabei die für mich optisch schönste Lokalität des Dorfes. Und was die sagenhaft leckere polnische Küche angeht: der habe ich ja eine eigene Unterseite hier gewidmet!

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